Umweltbildung

Unser Herz schlägt für Insekten

Die Natur ist voll von Tieren und Pflanzen. Wir gehen zum Waldbaden und nehmen an Kräuterwanderungen teil. Auch die Vogelkunde ist in aller Munde. Doch warum beschä“igen wir uns mit Insekten? Insekten sind in ihrer Vielfalt, ihren Lebensweisen und Formen unschlagbar. Wir brauchen nicht viel um sie zu beobachten.

Einmal in eine Blumenwiese gesetzt und wir können viele von ihnen entdecken.

Hier der bunte Schmetterling, dort die leißige Ameise und um die Ecke die Bienen mit ihren vollen Pollenhö schen. Damit das so bleibt, brauchen Insekten unsere Unterstü tzung. Insektizide und schwindende Lebensrä ume wirken sich auf Arten- und Individuenzahl der Sechsbeiner aus. Wir mö chten etwas dagegen tun, dass Insekten lautlos verschwinden.

Unser Herz schlägt für Insekten und wir möchten weitere Herzen für Insekten gewinnen.

Warum brauchen wir Insekten

Wer jetzt denkt, wieso denn Insekten? Schme1erlinge sind ja ganz schön und die Honigbiene ist ja ganz prak3sch – aber die vielen anderen teils doch sehr läs3gen Tiere, auf die könnte man doch verzichten. Aber…

…Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung zahlreicher Insekten angewiesen. Nicht nur die Honigbiene sorgt dafür, dass wir Obst und Gemüse auf dem Tisch haben. Weitere Insekten, wie Wildbienen, Schme1erlinge, Käfer, Wespen und Ameisen bestäuben genauso Blüten und sorgen für mehr als 30% unserer Nahrungsmi1el. Honig, Wachs und Seide werden von Insekten produziert. Ohne Insekten würde es fürchterlich s3nken. Sie zersetzen Kot und Leichen. Auch die Läs3gsten unter den Insekten dienen zahlreichen anderen Tieren als Nahrung. Ohne Insekten geht es nicht!

Was können wir für Insekten tun

Wir können Insekten auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen. Dabei muss man nicht einmal einen eigenen Garten besitzen. Die beiden größten Bedrohungen für Insekten sind der Einsatz von Insek3ziden und der Verlust der Lebensräume. Was wir Essen und wie wir einkaufen hat hier einen großen Einfluss auf die Insektenwelt. Lebensmi1el ohne Insek3zide, Obst von heimischen Streuobstwiesen, Blumenerde ohne Torf und heimische Blumen und Pflanzen tragen zum Erhalt unserer Insektenwelt bei.

Wieso sollten wir Insekten kennen lernen

Wusstet ihr, dass auf der Erde mehr als eine Millionen Insektenarten leben? Alleine in Deutschland gibt es noch mehr als 30000 Arten. Doch es werden immer weniger. Laut der Krefelder Studie hat die Insektenzahl in den letzten 30 Jahren um 75% abgenommen. Was wir nicht sehen und nicht kennen das vermissen wir auch nicht. Deswegen machen wir uns auf den Weg. Lernen Ochsenauge Widderchen und Puppenräuber kennen. Was wir kennen, dafür können wir unser Herz öffnen und auch andere begeistern. Was wir kennenlernen, das können wir auch vermissen!

Ein Haus für Insektenbildung

Das Krabbel3erhaus am Umweltbildungszentrum Listhof lädt Jung und Alt dazu ein Insekten und ihre Lebensweise kennenzulernen. Zahlreiche heimische Insekten wie auch ihre Entwicklungsstadien wie beispielsweise Ei, Larve oder Imago kann man hier hautnah erleben. Ein besonderes Erlebnis für alle Insektenfreund/innen. Bei Führungen, Seminaren und Workshops versuchen wir Menschen für Insekten zu begeistern. Auch Du bist eingeladen. Werde bei einem Workshop von KInsecta zum Insektenbegeisterten. Lerne Insektenarten und die Bedeutung der Insekten kennen. Komm mit uns ins Gespräch!

KInsecta – Insekten, Sensorik und Künstliche Intelligenz

Insekten bes3mmen mit Büchern, Bes3mmungsschlüsseln und Bildern. Meist haben Käfer- Bienen- und Schme1erlingsspezialistInnen ihre Artenkenntnis so erworben. Dieser Weg wird bei der Fülle der Insekten und den manchmal sehr versteckten Bes3mmungsmerkmalen weiterhin sehr wich3g sein. Erfassungsmethoden mit Keschern, Malaisefallen und anderen Insektenfallen bei denen die Tiere getötet werden, sollten aber auf Ausnahmen begrenzt sein.

Doch können wir Insekten zählen und bes3mmen ohne die Tiere zu töten und können wir das mit Insektenbegeisterten tun? Wir machen uns auf den Weg!

„Insekten besitzen drei Paar Beine, Rich3ge Blutgefäße haben sie keine, Und während die Knochen sonst innen liegen, Liegt ihr Skele1 außen; sie schwimmen und fliegen Ihr dreiteiliger Leib ist behaart oder kahl, Ihr Herz liegt hinten, für sie so normal, Wie dass sie Millionen von Eiern legen, Und atmen, indem sie sich rhythmisch bewegen Die Fühler werden fürs Riechen gebraucht, Die Füße zum Schmecken ins Essen getaucht- Und wirklich erstaunlich, was ihnen so schmeckt; Eine Blume oder ein anderes Insekt, Mal werden Mäntel und Holz benagt, Ein Teppich zerkaut oder Menschen geplagt… Sie fressen, wobei sie selbst uns nicht verschonen, Und zählen ganz sicher hundert Trillionen! Alles wird täglich von ihnen zersiebt, Ein Wunder, dass es die Welt noch gibt!“

Ethel May Jacobson, Die Welt der Insekten (deutsche Übersetzung)
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